PPAP und Erstmusterprüfbericht für Galvanik und Lohnbeschichter
Ihr Automotive-Kunde verlangt PPAP, PPF oder einen Erstmusterprüfbericht? Diese Seite ordnet die Begriffe ein, zeigt, welche Nachweise Beschichter typischerweise beisteuern, und erklärt, warum ein durchgängiger Chargenbezug dabei hilft.
Kurzantwort
PPAP ist das Freigabeverfahren für Serienteile nach AIAG. PPF ist das Pendant nach VDA Band 2. „Erstmusterprüfbericht“ (EMPB) ist ein gängiger Praxisbegriff, der im Text des VDA Band 2 (7. Auflage) nicht vorkommt. Als Beschichter steuern Sie Nachweise zu Ihrem Prozessschritt bei. Welche, in welchem Umfang und in welchem Format, legt Ihr Kunde fest.
PPAP, PPF und Erstmusterprüfbericht: Was ist was?
PPAP (AIAG) in einfachen Worten
PPAP steht für Production Part Approval Process. Laut Wikipedia ist es ein standardisiertes Qualitätssicherungsverfahren, das vor allem in der Automotive-Lieferkette genutzt wird. Es soll Vertrauen schaffen, dass die Serienprozesse eines Lieferanten Teile konsistent nach den Anforderungen des Kunden herstellen. Die AIAG hat den Standard definiert, einzelne Hersteller haben eigene Besonderheiten.
Im Mittelpunkt steht die Teilevorlagebestätigung (Part Submission Warrant, PSW). Dazu kommen je nach Umfang unterstützende Unterlagen, zum Beispiel Prozessablaufdiagramm, Control Plan, FMEA, Messsystemanalyse (MSA) und Prüfberichte. Die deutsche Wikipedia beschreibt fünf Einreichungsebenen, bei denen jeweils die PSW vorgelegt wird und sich der Umfang der Daten und Muster unterscheidet. Bei Ebene 3 kommen Musterteile und umfassende unterstützende Daten dazu, bei Ebene 4 gelten „andere Forderungen, wie sie vom Kunden festgelegt wurden“. Welche Ebene gilt, bestimmt der Kunde.
Das PPAP-Handbuch der AIAG ist kostenpflichtig. Wikipedia nennt als Stand die 4. Ausgabe von 2006 (PPAP-4). Wir geben den Inhalt des Handbuchs deshalb nicht wieder und nennen nur Beispiele.
PPF nach VDA Band 2 (7. Auflage, Januar 2026)
PPF steht für Produktionsprozess- und Produktfreigabe und ist das Verfahren des VDA. Die 7. Auflage von VDA Band 2 verfolgt laut Vorwort einen risikobasierten Ansatz: Wie umfangreich das Verfahren ausfällt, hängt davon ab, wie risikobehaftet das Produkt ist, das freigegeben werden soll. Nachweise werden je nach Vereinbarung per Selbstbeurteilung erbracht oder dem Kunden vorgelegt. Das Ergebnis ist der PPF-Bericht inklusive Selbstbeurteilung.
Für Beschichter heißt das: Den größten Teil des Umfangs und den Zeitplan stimmen Kunde und Lieferant miteinander ab. Einen Mindestumfang gibt es trotzdem. Die in Tabelle 5-2 mit einem Stern gekennzeichneten Nachweise sind immer an den Kunden zu übermitteln, darunter der PPF-Bericht inklusive Selbstbeurteilung (Nachweis 0.1), die Materialdaten (3.1) und der Teilelebenslauf (5.6). Der VDA stellt das Dokument als Online-Download bereit. Es ist urheberrechtlich geschützt, wir fassen es nur sinngemäß zusammen.
Erstmusterprüfbericht (EMPB): Praxisbegriff statt Normbegriff
Der Begriff „Erstmusterprüfbericht“ kommt im Text des VDA Band 2 (7. Auflage) nicht vor. Dort heißt es PPF-Bericht inklusive Selbstbeurteilung beziehungsweise PPF-Muster. EMPB ist ein gängiger Umgangsbegriff, der in Einkauf und Qualitätssicherung unterschiedlich verwendet wird: mal für den Maß- und Prüfbericht zu den Erstmustern, mal für das gesamte Freigabepaket. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf den Begriff, sondern auf die Vorgabe Ihres Kunden. Dort steht, welche Unterlagen er sehen will.
Kurzvergleich PPAP, PPF und Ihr Anteil als Beschichter
Der VDA stellt in einer Anlage zu Band 2 PPF- und PPAP-Nachweise einander gegenüber. Die folgende Übersicht ist eine eigene, gekürzte Zusammenfassung dieser Zuordnung, ergänzt um unsere Einordnung für Beschichter. Sie ersetzt weder das VDA-Dokument noch die Vorgabe Ihres Kunden.
Freigabedokument
- PPAP
- Teilevorlagebestätigung (Part Submission Warrant, PSW)
- PPF (VDA Band 2)
- PPF-Bericht inklusive Selbstbeurteilung
- Ihr Anteil als Beschichter
- Meist Sache Ihres Auftraggebers. Sie liefern Zuarbeit zu Ihrem Prozessschritt.
Prozessbeschreibung
- PPAP
- Process Flow Chart, Process FMEA, Control Plan
- PPF (VDA Band 2)
- Prozessablaufdiagramm, Prozess-FMEA, Produktionslenkungsplan (PLP)
- Ihr Anteil als Beschichter
- Ablauf Ihrer Beschichtung und Ihre Prüfpunkte, soweit der Kunde sie anfordert.
Maße und Geometrie
- PPAP
- Dimensional Results
- PPF (VDA Band 2)
- Geometrie, Maß
- Ihr Anteil als Beschichter
- Meist am Teil beim Auftraggeber. Schichtdicke ist ein Beschichtungs-Merkmal, siehe unten.
Werkstoff, Funktion, Oberfläche
- PPAP
- Material / Performance Test Results
- PPF (VDA Band 2)
- Werkstoff, Funktion, Oberflächenanforderung
- Ihr Anteil als Beschichter
- Hier liegen typischerweise Ihre Prüfergebnisse zu Beschichtung und Beständigkeit.
Aussehen
- PPAP
- Appearance Approval Report
- PPF (VDA Band 2)
- Aussehen
- Ihr Anteil als Beschichter
- Bei dekorativen Oberflächen relevant, wenn der Kunde ein Aussehen-Muster verlangt.
Prüfprozesse
- PPAP
- Checking Aids, Measurement System Analysis (MSA), Qualified Laboratory Documentation
- PPF (VDA Band 2)
- Prüfprozesse für Produkt und Produktionsprozess: Auflistung, Eignungsnachweise, Laborqualifizierung
- Ihr Anteil als Beschichter
- Ihre Messmittel und Verfahren für Schichtdicke und Prüfungen, bei Fremdvergabe die Qualifizierung des Prüflabors.
Die Spalte „Ihr Anteil als Beschichter“ ist unsere Einordnung und keine Aussage des VDA.
Warum PPAP und Erstmuster auch Beschichter betreffen
Anforderungen wandern durch die Lieferkette
Beschichter liefern häufig nicht direkt an den Fahrzeughersteller, sondern an einen Zulieferer. Dessen Anforderungen werden weitergereicht. Ein frei zugängliches Lieferantenhandbuch (SMR Automotive, Anhang F) formuliert das so: Lieferanten tragen die Verantwortung für ihre eigenen Lieferanten und müssen Nachweise dazu führen, und Änderungen bei Unterlieferanten, die Passung, Form oder Funktion betreffen, müssen dokumentiert und vom Kunden freigegeben werden.
Wo die Anforderung herkommt
In der Praxis kommen die Vorgaben aus mehreren Quellen: Kundenzeichnung, Bestellung, kundenspezifische Anforderungen (CSR) und die IATF 16949. Die IATF 16949 behandelt den Freigabeprozess in Abschnitt 8.3.4.4, den Produktionslenkungsplan in 8.5.1.1, Identifikation und Rückverfolgbarkeit in 8.5.2 und die Aufbewahrung von Aufzeichnungen in 7.5.3.2.1. Die Norm ist kostenpflichtig, wir nennen deshalb nur die Klauselnummern und zitieren keinen Normtext. Mehr zum Thema: IATF 16949 für Galvanik-Betriebe.
Was Kunden-CSR ergänzen können
Welche PPAP-Ebene, welche Muster und welche Dokumente gelten, steht in den kundenspezifischen Anforderungen und in der Bestellung, nicht pauschal in der IATF 16949. Einzelne Lieferantenhandbücher regeln zusätzlich Details. Ein Beispiel aus einem frei zugänglichen Handbuch (SMR Automotive, Anhang E): Für den Anlauf wird auf zusätzliche Kontrollen (GP-12) verwiesen. Ein anderes (Anhang F) nennt für Dokumentarten unterschiedliche Aufbewahrungszeiträume, die der jeweilige Kunde abweichend festlegen kann. Prüfen Sie deshalb immer die CSR Ihres Auftraggebers.
Welche Nachweise ein Beschichter typischerweise beisteuert
Die folgende Liste ist eine Orientierung für das Gespräch mit Ihrem Kunden, kein Pflichtkatalog. Der VDA nennt Schichtdicke und Korrosionsprüfung nicht namentlich. Wir ordnen sie unter „Beständigkeit“ und „Material / Performance Test Results“ ein. Das ist unsere Einordnung, keine Aussage des VDA. Was tatsächlich verlangt wird, legt Ihr Kunde in der Abstimmung fest.
Schichtdicke
Messverfahren, Messstellen laut Zeichnung, Messwerte je Charge sowie Angaben zu Messmittel und Kalibrierstand. Welche Merkmale und Stückzahlen gemessen werden, legt Ihr Kunde in der Abstimmung fest.
Korrosionsprüfung
Ob und wie eine Korrosionsprüfung verlangt wird, etwa ein Salzsprühnebeltest, steht in der Kundenspezifikation oder auf der Zeichnung. Dort sind auch Prüfverfahren, Prüfdauer und Bewertungskriterien festgelegt.
Haftung und Oberflächenanforderungen
In der Nachweisliste des VDA Band 2 heißt Nachweis 3.8 „Oberflächenanforderung“. Er betrifft vereinbarte Anforderungen an Bauteile, deren Oberfläche technisch behandelt wurde, also auch an beschichtete und galvanisierte Teile. Als mögliche Anforderungen nennt der VDA unter anderem Haftung und Beständigkeit. Vorgesehen ist Selbstbeurteilung oder Vorlage. Welche Art gilt, vereinbaren Kunde und Organisation.
Prozessnachweis
Prozessablauf, Prozess-FMEA und Produktionslenkungsplan beschreiben, wie Ihr Prozessschritt gelenkt wird. Dazu gehören die Prozessparameter je Charge, etwa Temperatur, pH-Wert, Stromdichte, Spannung und Einwirkzeit. Wie tief der Kunde das sehen will, ist Verhandlungssache.
Materialnachweise
Je nach Vorgabe Zeugnisse zum Grundwerkstoff, Angaben zu eingesetzten Chemikalien und Anoden oder ein Materialdaten-Reporting, zum Beispiel über IMDS. Ob und in welcher Form das vom Beschichter erwartet wird, steht in der Kundenvorgabe.
Messmittel, Prüfprozesse und Prüflabor
Nachweis 5.5 im VDA Band 2 umfasst eine Auflistung der Prüfprozesse mit Zuordnung zu den Merkmalen, Eignungsnachweise der Prüfprozesse (mit Verweis auf VDA Band 5 oder Vergleichbares) und die Laborqualifizierung. Zur Laborqualifizierung verweist der VDA auf die Anforderungen der IATF 16949 an Prüflabore. Externe Prüflabore brauchen danach eine Akkreditierung nach ISO/IEC 17025 oder nach einer vergleichbaren nationalen Norm. Der Bericht des Labors sollte sich Ihrer Beschichtungscharge zuordnen lassen.
Was nicht in Ihrer Hand liegt
Maße am Teil, Konstruktionsfreigabe und Werkzeuge liegen in der Regel beim Auftraggeber. Klären Sie früh, welche Merkmale die Beschichtung betreffen und welche nicht, damit Ihre Berichte nur das enthalten, wofür Sie verantwortlich sind.
Chargenbezug: der rote Faden von der Charge zum Prüfbericht
Warum der Chargenbezug bei Erstmustern zählt
PPAP will zeigen, dass der Serienprozess Teile anforderungsgerecht herstellen kann. Ein Bericht, der nicht erkennen lässt, aus welcher Charge die Muster stammen, in welchem Bad sie liefen und an welchem Tag gemessen wurde, ist für Rückfragen schwer zu verwenden. Das ist eine Praxiserfahrung aus der Dokumentationsarbeit, keine Normaussage. Ein Lieferantenhandbuch (SMR Automotive, Anhang F) verlangt bei Chargenlenkung ein System, das Produktionsmengen mit Produktionsprozessen verknüpfen kann, um Ursachenanalysen zu ermöglichen.
Prüfwerte, Prüfmittel und Berichte je Charge verknüpfen
- Charge: eindeutige Chargennummer, zugehöriger Auftrag, Start und Ende
- Bad und Prozessparameter der Charge
- Prüfergebnisse mit Prüfart, Verfahren, Messwert, Soll und Toleranz, Ergebnis, Prüfer und Datum
- Messmittel und Kalibrierstand zum Messzeitpunkt
- Berichte von Fremdlaboren mit Verweis auf die Charge
Bei Reklamation oder Änderung zurückverfolgen
Kommt eine Reklamation oder eine Änderung am Prozess, wollen Sie nachvollziehen, welche Chargen betroffen sind. Dafür braucht es die Zuordnung in beide Richtungen, von der Charge zu den Messwerten und vom Bericht zur Charge. Mehr dazu: Chargenrückverfolgung in der Galvanik und Rückverfolgbarkeit nach ISO 9001 und IATF 16949.
Aufbewahrung: Fristen nach Gesetz, Vertrag und CSR
Laut VDA Band 2 (Kapitel 8) richten sich die Aufbewahrungsfristen für Dokumente und Rückstellmuster nach gesetzlichen, behördlichen und vertraglich vereinbarten Anforderungen. Für Dokumente verweist der VDA auf VDA Band 1 und die IATF 16949, ohne eine Klausel zu nennen. Ein frei zugängliches Lieferantenhandbuch (SMR Automotive, Anhang F) führt die Aufbewahrung von Aufzeichnungen unter Abschnitt 7.5.3.2.1 der IATF 16949. Eine pauschale Jahreszahl gibt es nicht. Klären Sie die Frist mit Ihrem Kunden und legen Sie sie je Auftrag fest.
Ablauf einer Erstbemusterung beim Beschichter in sechs Schritten
Ein praxisnaher Ablauf, kein normierter Prozess. Reihenfolge und Tiefe richten sich nach der Kundenvorgabe.
- 1
Kundenvorgabe klären
Welche Unterlagen, Muster und Merkmale verlangt der Kunde, in welchem Format und bis wann? Quelle sind Zeichnung, Bestellung und kundenspezifische Anforderungen.
- 2
Prüfplan festlegen
Merkmale, Messstellen, Prüfverfahren und Messmittel werden einander zugeordnet. Das ist die Grundlage für alle späteren Berichte.
- 3
Musterlauf durchführen
Die Beschichtung der Muster läuft unter Serienbedingungen. Charge, Bad und Prozessparameter werden dabei erfasst.
- 4
Messen und prüfen
Schichtdicke, Haftung, Korrosionsprüfung und weitere vereinbarte Prüfungen werden durchgeführt, bei Bedarf im Fremdlabor.
- 5
Bericht zusammenstellen
Messwerte, Verfahren, Messmittel und Chargenbezug fließen in den Bericht oder in die Zuarbeit zum Paket Ihres Auftraggebers.
- 6
Archivieren
Berichte und Rohdaten werden so abgelegt, dass sie später der Charge zugeordnet werden können. Wie lange, richtet sich nach Gesetz, Vertrag und Kundenvorgabe.
Rückfragen vermeiden: fünf Prüffragen vor der Abgabe
Das sind unsere Prüffragen aus der Dokumentationspraxis, keine Statistik darüber, woran Berichte scheitern.
- Sind die gemessenen Stellen eindeutig den Merkmalen der Zeichnung zugeordnet? Laut Wikipedia soll bei PPAP jedes Merkmal einem Prüfergebnis entsprechen.
- Ist erkennbar, mit welchem Messmittel und in welchem Kalibrierstand gemessen wurde?
- Steht auf jedem Bericht, zu welcher Charge und welchem Bad er gehört?
- Lässt sich der Bericht eines Fremdlabors Ihrer Charge zuordnen, und erfüllt das Labor die Qualifizierungsvorgabe des Kunden?
- Entspricht das Format der Vorgabe des Kunden, zum Beispiel für Prüfdauer und Bewertungskriterien beim Salzsprühtest?
Wie GalvanoTrack dabei unterstützt
Prüfdaten und Prozessdaten an die Charge binden
GalvanoTrack führt Chargen mit eindeutiger Chargennummer, zugehörigem Auftrag und Bad sowie den Prozessparametern Temperatur, pH-Wert, Stromdichte, Spannung und Einwirkzeit. Prüfungen lassen sich je Charge erfassen, zum Beispiel Schichtdicke, Salzsprühtest, Haftung, Sichtprüfung und Porosität, mit Verfahren, Norm, Messwert, Soll- und Toleranzwerten, Ergebnis, Prüfer und Datum. Für Chargen und Aufträge gibt es einen PDF-Export. So haben Sie die Daten für Ihre Zuarbeit zum PPAP- oder PPF-Paket an einer Stelle.
Was die Software nicht tut
GalvanoTrack erstellt kein fertiges PPAP-Paket, keine PSW und kein Zertifikat, und es ersetzt weder die Entscheidung noch die Freigabe Ihres Kunden. Prüfmittel und Kalibrierstände führen Sie weiter in Ihrem Prüfmittelmanagement. Die Software stellt Chargen- und Prüfdaten bereit, die Sie in Ihre Unterlagen übernehmen.
Häufige Fragen zu PPAP und Erstmusterprüfbericht
Was bedeutet PPAP?
PPAP steht für Production Part Approval Process, auf Deutsch Produktionsteil-Abnahmeverfahren. Es ist ein standardisiertes Verfahren aus der Automotive-Lieferkette, mit dem ein Lieferant belegt, dass seine Serienprozesse Teile nach den Anforderungen des Kunden herstellen können. Definiert wurde es von der AIAG; einzelne Hersteller ergänzen eigene Besonderheiten.
Ist EMPB dasselbe wie PPAP?
Nicht unbedingt. EMPB (Erstmusterprüfbericht) ist ein Begriff aus der Praxis und kommt im Text des VDA Band 2 (7. Auflage) nicht vor. Manche Kunden meinen damit einen Maß- und Prüfbericht zu den Erstmustern, andere ein ganzes Freigabepaket. Was Ihr Kunde darunter versteht, steht in seiner Bestellung und seinen Lieferantenanforderungen.
Wer erstellt das PPAP, der Beschichter oder der Kunde?
Vorlegen muss der Lieferant, der das Teil an den Kunden liefert. Als Beschichter steuern Sie in der Regel die Nachweise Ihres Prozessschritts bei, soweit Ihr Auftraggeber sie verlangt, etwa Prüfergebnisse zur Beschichtung. Das Gesamtpaket und die Freigabe liegen bei Ihrem Auftraggeber und seinem Kunden.
Welche PPAP-Ebene gilt für uns?
Das legt der Kunde fest. Laut Wikipedia unterscheiden sich die Einreichungsebenen 1 bis 5 im Umfang der mitgelieferten Daten und Muster. Welche Ebene für Ihr Teil gilt, steht in der Bestellung oder in den kundenspezifischen Anforderungen.
Wie lange müssen Nachweise aufbewahrt werden?
Laut VDA Band 2 richten sich die Fristen nach gesetzlichen, behördlichen und vertraglich vereinbarten Anforderungen. Für Dokumente verweist er auf VDA Band 1 und die IATF 16949, ohne eine Klausel zu nennen. Ein frei zugängliches Lieferantenhandbuch (SMR Automotive, Anhang F) führt die Aufbewahrung von Aufzeichnungen unter Abschnitt 7.5.3.2.1 der IATF 16949. Kunden legen in ihren Lieferantenanforderungen häufig eigene Fristen fest. Eine pauschale Zahl gibt es nicht, fragen Sie Ihren Kunden.
Kostet die Normbeschaffung etwas?
Das PPAP-Handbuch der AIAG ist kostenpflichtig. Wikipedia nennt als Stand die 4. Ausgabe von 2006 (PPAP-4). Der VDA Band 2 (PPF), 7. Auflage von Januar 2026, steht als Online-Download beim VDA QMC zur Verfügung. Er ist urheberrechtlich geschützt, deshalb fassen wir ihn hier nur sinngemäß zusammen und verlinken auf die Quelle.
Quellen und Hinweise
- VDA Band 2, Produktionsprozess- und Produktfreigabe (PPF), 7. Auflage, Januar 2026 (VDA QMC, Online-Download)
- Wikipedia: Production part approval process
- Wikipedia: Produktionsteil-Abnahmeverfahren
- Lieferantenhandbuch, Anhänge E und F (SMR Automotive), frei zugänglich
Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung und ersetzt nicht die Vorgaben Ihres Kunden. Welche Unterlagen, Muster, Prüfungen und Fristen gelten, legt Ihr Kunde in Bestellung und kundenspezifischen Anforderungen fest. Normen und Handbücher geben wir nicht wörtlich wieder.
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Sehen Sie in der Demo, wie Charge, Bad, Prozessparameter und Prüfergebnisse in GalvanoTrack zusammenhängen.
Demo ansehenZusätzlich: Laufzettel-Vorlage für Galvanik