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Qualität

Oberflächenprüfung in der Galvanik: Methoden & Normen

Die Qualitätsprüfung von Galvanik-Beschichtungen ist ein unverzichtbarer Bestandteil jedes QMS in der Galvanik. Ohne dokumentierte Prüfergebnisse fehlt der Nachweis, dass die Beschichtung den Anforderungen entspricht. Dieser Leitfaden erklärt die wichtigsten Prüfmethoden und wie Sie diese normenkonform dokumentieren.

Warum Oberflächenprüfung unverzichtbar ist

Galvanik-Beschichtungen müssen definierte Eigenschaften erfüllen: eine bestimmte Mindestschichtdicke, ausreichende Haftfestigkeit, Korrosionsbeständigkeit und optische Qualität. Ohne regelmäßige, dokumentierte Prüfungen können Fehler unentdeckt in den Markt gelangen – mit gravierenden Folgen für Reklamationen, Garantiefälle und im Automotive-Bereich sogar Rückrufe.

Die wichtigsten Prüfmethoden im Überblick

Schichtdickenmessung

DIN EN ISO 2178, ISO 2360

Die Schichtdicke ist die wichtigste Kenngröße. Methoden: Magnetisches Verfahren (für nicht-magnetische Schichten auf Stahl), Wirbelstrom (für nicht-leitende Schichten), Röntgenfluoreszenz (zerstörungsfrei, sehr präzise), Querschliffmessung (destruktiv, sehr genau).

Salzsprühtest (Korrosionstest)

DIN EN ISO 9227

Standardtest zur Bewertung der Korrosionsbeständigkeit. Prüfkörper werden in einer 5%igen NaCl-Lösung beschäubt. Bewertungskriterien: Zeit bis zum ersten Rotrost (für Zink-Beschichtungen), Ausbreitung der Korrosion von Schnitkanten.

Haftfestigkeitsprüfung

DIN EN ISO 2409, ISO 4624

Gitterschnittprüfung und Pull-off-Test. Die Beschichtung muss ausreichend mit dem Grundwerkstoff haften. Bei Automotive-Teilen oft zusätzlich Thermowechsel-Prüfungen.

Visuelle Prüfung

DIN EN ISO 1461, kundenspezifisch

Optische Beurteilung der Oberfläche: Gleichmäßigkeit, Farbe, Glanz, Fehlerstellen (Poren, Risse, Einschlüsse, Flecken). Oft mit Referenzmustern abgeglichen.

Porositätsprüfung

DIN EN ISO 4520

Elektrochemische Tests oder Ferroxyltest zur Erkennung von Poren, die bis zum Grundwerkstoff reichen. Besonders wichtig bei Schutzschichten.

Prüfhäufigkeit und Stichprobenpläne

Wie oft geprüft werden muss, hängt von Norm, Kundenanforderung und internem QMS ab. Typische Anforderungen:

  • Erstbemusterung (PPAP): 100% Prüfung aller Merkmale an einer definierten Stückzahl
  • Serienproduktion: Stichprobenprüfung nach AQL-Tabellen oder festgelegter Frequenz
  • Badwechsel oder -korrektur: Anlaufprüfung der ersten Teile aus dem neuen Bad
  • Reklamation oder Nonkonformität: 100%-Prüfung der betroffenen Charge
  • Regelmäßige Systemkalibierung: Messgeräte täglich oder nach Schichtbeginn prüfen

Prüfergebnisse dokumentieren – ISO-konform

Prüfergebnisse müssen so dokumentiert sein, dass sie später nachvollzogen werden können. Ein vollständiger Prüfprotokoll-Datensatz enthält:

  • Auftragsnummer und Chargennummer der geprüften Teile
  • Datum, Uhrzeit und Name des Prüfers
  • Verwendetes Messmittel (inkl. Seriennummer und Kalibrierungsdatum)
  • Messwerte an definierten Messpunkten
  • Sollwert, Toleranz und Ergebnis (i.O./n.i.O.)
  • Bei n.i.O.: Eingeleitete Maßnahme und Verantwortlicher

Prüfergebnisse digital erfassen mit GalvanoTrack

GalvanoTrack ermöglicht die direkte digitale Erfassung von Prüfergebnissen – entweder manuell über die App oder per automatischer Übernahme aus digitalen Messmitteln. Alle Ergebnisse sind der jeweiligen Charge automatisch zugeordnet.

  • Prüfprotokolle werden automatisch mit Chargendaten verknüpft
  • Grenzwerte sind konfigurierbar – automatische Warnung bei n.i.O.
  • Messmittel-Verwaltung mit Kalibrierdaten integriert
  • Statistische Auswertung der Messwerte über Chargen hinweg
  • Export der Prüfprotokolle für Kunden und Zertifizierungen

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