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Compliance

IATF 16949: Automotive-Norm für Galvanik-Zulieferer

Die IATF 16949 ist der globale QMS-Standard der Automobilindustrie. Galvanik-Betriebe, die als Tier-1- oder Tier-2-Zulieferer tätig sind, müssen diese Norm erfüllen – oder sie werden als Lieferant nicht zugelassen. Dieser Leitfaden erklärt alles, was Sie für die Compliance benötigen.

Was ist IATF 16949?

Die IATF 16949 (International Automotive Task Force) ist die branchenspezifische Erweiterung der ISO 9001 für die Automobilindustrie. Sie wurde von führenden Automobilherstellern wie BMW, Daimler, Ford, GM, PSA und Volkswagen gemeinsam entwickelt und ist seit 2016 die Nachfolgerin der ISO/TS 16949.

Galvanik-Betriebe, die Automobilteile beschichten – ob Zink-Nickel-Beschichtungen für Korrosionsschutz, Chrombeschichtungen für Dekorteile oder Kupferbeschichtungen für elektrische Kontakte – unterliegen in der Regel den Anforderungen dieser Norm.

IATF 16949 vs. ISO 9001: Die wichtigsten Unterschiede

AspektISO 9001IATF 16949
ZielbrancheAlle BranchenNur Automobilindustrie
ProzessansatzAllgemeinSpezifisch für Serienproduktion
RückverfolgbarkeitWenn vereinbartImmer verpflichtend
APQP/PPAPNicht gefordertVerpflichtend
MSANicht gefordertVerpflichtend
SPCEmpfohlenHäufig verpflichtend
KundenspezifikaNicht geregeltCustomer-Specific Requirements

Spezielle Anforderungen für Galvanik-Betriebe

Prozessfähigkeitsnachweise

Galvanikprozesse müssen nachweislich fähig sein (Cpk ≥ 1,67). Beschichtungsdicken, Haftfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit werden statistisch überwacht.

Änderungsmanagement

Jede Änderung an der Badzusammensetzung, den Prozessparametern oder der Anlage muss dokumentiert und genehmigt werden (Change Management).

Produktionslenkungsplan

Ein Produktionslenkungsplan (Control Plan) muss alle kritischen Merkmale, Prüfmethoden und Reaktionspläne für jeden Galvanikprozess dokumentieren.

Kundenspezifische Anforderungen (CSR)

Neben der IATF 16949 selbst haben fast alle großen OEMs eigene kundenspezifische Anforderungen (Customer Specific Requirements, CSR), die zusätzlich erfüllt werden müssen. Diese sind beim IATF-Zertifizierungsaudit mit zu überprüfen.

  • BMW Group: spezifische Prüfvorschriften und Freigabeverfahren
  • Volkswagen Group: VDA 6.3 Prozessaudit als Ergänzung
  • Ford Motor Company: ANPQP-Anforderungen
  • Stellantis: CS-9 Dokumentationsanforderungen
  • Mercedes-Benz: MBN-Normen für Beschichtungsprozesse

Rückverfolgbarkeit nach IATF 16949

Im Gegensatz zur ISO 9001 ist Rückverfolgbarkeit nach IATF 16949 immer verpflichtend – nicht nur wenn vertraglich vereinbart. Für jedes Automotive-Bauteil muss die vollständige Produktions- und Prüfhistorie lückenlos dokumentiert und mindestens 15 Jahre aufbewahrt werden.

Bei einem Rückruf muss ein Galvanik-Betrieb innerhalb kürzester Zeit alle betroffenen Teile identifizieren können: Welche Chargen, welche Bäder, welche Lieferungen. Dies ist mit Papier-Laufzetteln praktisch unmöglich und erfordert eine digitale Lösung.

GalvanoTrack und IATF 16949-Compliance

GalvanoTrack unterstützt Galvanik-Betriebe dabei, die IATF-16949-Anforderungen zu erfüllen:

  • Lückenlose Chargenverfolgung mit Zeitstempel und Mitarbeiter-ID
  • Prozessparameter-Erfassung für jeden Galvanikschritt
  • Audit-Berichte auf Knopfdruck – keine manuelle Aufbereitung
  • 15-jährige Aufbewahrung gemäß IATF-Anforderungen
  • Nichtkonformitätsdokumentation und Korrekturmaßnahmen

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